Ich will nichts mehr hören, lasst mich in Ruhe!

Vor vielen Jahren habe ich mich schon längst mit Texten befasst, die sich mit verstärkten, wiederkommenden Hass auf Juden und alles, was mit Israel zusammen hängt, auseiander setzten. Damals hatte ich noch ein bisschen die naive Vorstellung, man würde in unserem Land Deutschland aufwachen und sich mehr und entschiedener gegen den Antisemitismus, speziell gegen Juden- und Israelverunglimpfung stellen, sogar strafrechtlich verfolgen.
Mein gutgläubiges Denken wurde eines Besseren belehrt.
Der Geist des braunen Denkens, gepaart mit Inhalten aus dem Koran, gewürzt mit roten und grünen Zutaten aus unserer Parteienlandschaft, wobei es als Kompott manchmal noch saure Trauben aus den Kirchenreihen gibt, steht längst schon wieder auf dem Speiseplan.
Umfragen in Deutschland ergaben, dass Jugendliche kaum etwas von Ausschwitz und anderen KZ- Lagern wissen. Leute sind über den Holocaust interviewt worden, die fast bösartig wurden: — -Man hätte doch endlich genug davon, dass immer darüber berichtet würde. Sie meinen, das ist doch längst vorbei, man solle sie endlich damit in Ruhe lassen. Sie haben doch keine Schuld daran. Juden hätten doch von Deutschland Entschädigung nach dem Krieg bekommen. Was geht das mich noch an, ich bin doch nach dem Krieg geboren und schon in der zweiten, dritten Nachfolgegeneration. Ich bin sauber, clean, rein! Lasst mich also damit endlich in Ruhe!-
Diese Reaktionen machen auch nicht vor „Kirchenbänken“ halt und leider sind mir solche Bemerkungen im engsten Freundeskreis der Christen begegnet. Das machte mich furchtbar traurig, aber erst recht kämpferisch: ICH WERDE NICHT SCHWEIGEN UND DIESES HEISSE THEMA IMMER UND IMMER WIEDER ANFASSEN!
Ich möchte ja auch gar kein schlechtes Gewissen einreden wollen oder lieber doch?! Aber sorry, das darf mich nicht davon abhalten, in meine Vorgeneration zu grasen. Was ist in meiner Familienchronik zu finden? Wo gibt es Aufarbeitung? Was zieht sich bis heute in meinem Leben mit hinein? Auch wenn ich jetzt provokant bin, aber denn in jeder Genealogie einer Familie gab es einen kleinen oder großen Nazi. Wenn das nicht durchbrochen wurde, wird, begleitet das einen Menschen in den nachfolgenden Genrationen unbewusst mit. Es gibt Erkenntnisse in der Seelsorge, dass es in den Nachfolgegenerationen Verhaltensregeln wie Wutausbrüche, besondere Härte mit sich und den anderen, nicht lieben können, Minderwertigkeitskomplexe und gerade versteckter Antisemitismus bis zum offenen Hass auf Juden usw. festgestellt wurden. Das genau hängt mit dieser Vergangenheit zusammen, die nicht bewältigt wurde.
Dazu kann ich das Buch von Jobs Bittner „Die Decke des Schweigens“ sehr empfehlen, was aufdeckt und weiter helfen kann. http://www.diedeckedesschweigens.de/statements/

Ich bin sehr dankbar, dass ich Sara Atzmon und ihren Ehemann Uri kennen lernen durfte. Sara Atzmon kennt die Lager aus ihrer Kindheit und weiss davon zu berichten. Dieses Ehepaar war schon auf unserer Israelkonferenz der “Sächsischen Israelfreunde“ dabei.  http://www.zum-leben.de

Die Gemälde von Sara Atzmon über diese Zeit, als sie in Konzentrationslagern war, sprechen Bände.
Im letzten Jahr besuchten meine Kinder und ich dieses Ehepaar in Israel.
Wie herzlich hat uns doch Sara und Uri aufgenommen. Wir hatten gute Gespräche, gerade über diese Zeit des Holocaust. Sie sprachen mit Sohn und Tochter wie wichtig es doch sei, dass die Erinnerungen über den Holocaust, über diese Konzentrationslager wach gehalten werden müssen, Aufklärung immer noch geschehen muss, gerade in einer Zeit, wo man doch so gerne vergessen“ will und nur noch Fun und Kicks zählen. Für mich war und ist das auch ein Beispiel an Liebe und Vergeben, die Sara und Uri ganz praktisch vorleben. Gerade auch in Deutschland klären sie auf und gehen auf Menschen zu, auf Menschen, wo zwar die meisten nach dem Krieg geboren wurden, aber doch in einem Land wohnen, das früher das Täterland war.
Sie haben meine Hochachtung und ich bewundere sie,  mit welcher Hingabe und Liebe sie ihren Dienst tun.

Besuch bei Sara und Uri

Besuch bei Sara und Uri

Besuch bei Sara und Uri

Besuch bei Sara und Uri

Einschub: — Wenn ich meinen Lebenslauf überdenke, ich habe so viel Glück in meinem Leben gehabt, mir geht es so gut, obwohl ich eine „Deutsche“ bin mit dieser schlimmen Vergangenheit. Wenn ich G`TT gewesen wäre, ich hätte wohl dieses deutsche Volk ausradiert, das so viel Leid über SEIN jüdisches Volk weltweit gebracht hatte. Ich sage Euch, die hier das lesen werdet: Wenn man Juden kennenlernt, die Auschwitz und andere KZs überlebt haben, ihre Leidensgeschichte hört,  da wird man ganz, ganz klein und man schämt sich immer noch. Ich bin immer noch furchtbar traurig, dass solch schlimme Dinge passierten. Wenn ich G`TT gewesen wäre, ich hätte wohl dieses deutsche Volk ausradiert, das so viel Leid über SEIN jüdisches Volk weltweit gebracht hatte.–

Ich glaube, es hat einen tiefen Eindruck auch bei meinen Kindern hinterlassen. Sie vergessen diese Begnung mit Sara und Uri Atzmon ganz gewiss nie mehr.
Dieses Ehepaar reist in vielen Ländern, erst recht nach Deutschland mit ihren Bildern und hält Vorträge an Schulen, Universitäten und Konferenzen. Sie sind unermüdlich. Statt sich einen ruhigen Lebensabend zu gönnen, haben sie ihr Leben für Aufklärung gegen das Vergessens und dem Versöhnungsdienst gewidmet.
http://www.saraatzmon.com

Ich kann nur empfehlen, diesen Trailer zu einem Film anzuschauen, der aus Saras Leben erzählt. Im November soll es dann den Film in einer gekürzten Version auf DVD geben.
http://www.holocaustlight-film.com/de/projekt.html

Ich kehre zum Anfang zurück:
Meine naive Vorstellung ist zerstört, dass man in Deutschland (nicht alle), weder in einem Europa und erst recht nicht in der islamischen Welt „aufwachen“.
Es werden in der Gesamtzahl immer nur wenige sein, die sich gegen Antisemitismus, gegen Leugnung oder Verharmlosung des Holocaust einsetzen werden.
Aber dennoch: Jeder, der von seinem Falschdenken umkehrt, einen neuen Blick zur Vergangenheit und damit für die Gegenwart und Zukunft bekommt, ist ein Sieg.
Dieser wirkt wie ein Licht in einer dunklen Welt. Und wir brauchen noch viel, viel mehr solcher Kerzen.

Mehr Licht!

                  (In eigener Sache noch einmal an meine Leser:
                   Ich bin weder eine „Studierte“, auch keine „Schriftstellerin“  in dieserRichtung.
Bitte meine Fehler ob die orthografisch oder grammatisch zu verzeihen,
auch was meinen Stil betrifft. Mir kommt es auf den Inhalt an.

Wem das nicht gefällt, muss das ja auch nicht lesen
. 🙂 )

                                                                     Shalom Sieglinde

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