Buchenwald gleich Buchenwald?

Wenn man „Buchenwald“ hört, könnte man von einem Spaziergang durch einen Wald von Buchen träumen; man schnuppert den Duft vom Laub ein, das wie ein Teppich unter den Füssen ausgebreitet ist. Man hört hier und da das Zwitschern eines Vogels oder das Knistern in einem Gebüsch, indem sich vielleicht gerade ein kleines Tierchen versteckt.

Doch „Buchenwald“ ist nicht gleich „Buchenwald“. Es ist DAS „Buchenwald“, ein Arbeits- und Konzentrationslager, jetzt Gedenkstätte, indem von 1937 bis 1945 vor allem 1000ende und Abertausende Juden, (auch andere Völkergruppen) vernichtet wurden.
Mit Freunden besuchte ich diese „Anlage des Grauens“.
Das Wetter passte eigentlich gar nicht dazu, denn die Sonne strahlte friedlich und warm und lies das Konzentrationslager weniger schlimm erscheinen. Natürlich ist und war das ein Trugschluss, doch welch ein Kontrast:
Es gab einen blauer Himmel über die schöne Natur mit Buchen, darum sicherlich der Name „Buchenwald“ und auf der anderen Seite noch die Beweise der Verbrennungsöfen. Im Museum lagen Beschreibungen von Hinrichtungen, von Quälerei, Fotos von Menschen, die nur noch Haut und Knochen waren und im tiefsten Winter mit Holzpantoffeln und ohne warme Bekleidung in Steinbrüchen schwer arbeiten mussten. Die meisten hatten das nicht überlebt.
Ich habe den Geruch vom Verbrannten noch immer in der Nase, als ich durch die Räume der Verbrennungsöfen ging. War das nur Einbildung, was ich roch? Schwere Eisenhaken zeugten noch davon, dass daran Leichenkörper (oder waren sie noch lebendig??????) aufgehängt wurden.
Das Unfassbare, das Grauenhafte, Abscheulichkeiten, was Menschen an Menschen imstande waren, dies zu tun, kann man mit  Worten kaum auszudrücken.
Ein heiliger Zorn stieg in mir hoch, dass so etwas Bestialisches geschah, dass damals geschwiegen, weggesehen und toleriert wurde.
Im Kondolenzbuch konnte man manchmal lesen:
„Wir haben es nicht gewusst!“ Wirklich????
Und ein heiliger Zorn kroch in mir wiederum hoch, dass es heute Menschen gibt, die den Holocaust leugnen, relativieren, nichts mehr davon wissen wollen und auf Strassen mitten in unsere Städte gehen und dieselben Parolen wie zur Nazizeit schreien.

Ich als ehemaliges DDR-Kind habe erst dort in Buchenwald erfahren, dass die damalige Befreiung des Lagers von den „Sowjets“ mit einem sehr bitteren Geschmack endete. Sie nutzten dieses KZ weiter für politisch unkorrekte Leute in ihren Augen, die sich dem Kommunismus nicht anschliessen wollten, die aber zuvor gegen die Nazis gekämpft hatten. Viele Baracken in Buchenwald wurden dann als Beweismaterial zerstört.

In diesem Link kann man alles über Buchenwald erfahren. Es würde einfach zu lange dauern, um alles aufschreiben zu können.
Ich rate, ja es ist so gar ein Muss, um deutsche Geschichte aufarbeiten zu können, dass jeder, aber auch jeder einmal solch ein Konzentrationslager aufsuchen sollte. JEDER!
http://www.buchenwald.de/69/

Hier nun ein paar Fotos, die ich unkommentiert lasse. Es ist nur eine kleine Auswahl.
denn es war auch nur eine Auswahl, was wir sahen.

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Ich war froh, dass ich mit Freunden dort war, auch wenn wir eher oft allein für uns gingen.
Jeder hatte sich seine Gedanken gemacht und seine Gefühle in sich zugelassen.
Doch es verbindet uns ein starkes Band: Die Liebe zu den Juden und dass so etwas nie mehr passieren darf.
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